20. Juli, Profitis Ilias

Am 20. Juli wird der Tag des Heiligen Propheten Elias, Agios Profitis Ilias (neugr. Προφήτης Ηλίας) begangen.

In Griechenland findet man an unzähligen Orten diesen Namen, vorzüglich an den höchsten Punkten, egal ob es die höchste Erhebung auf Inseln oder am Festland sind.

Bild des Profitis Ilias aus der gleichnamigen Kirche in Kastania über Petalidi, Messenien.
Bild des Profitis Ilias aus der gleichnamigen Kirche in Kastania über Petalidi, Messenien.

Meist steht an diesen höchsten Punkten in oder nahe von Städten und Orten eine Kirche die auf den Namen des Propheten Elias geweiht ist. Dort wird dieser Tag in der Regel im Rahmen einer Panigiri (Kirchweih, Kirchtag, Kirtag), die oft schon am Vorabend beginnt, gefeiert.

Der Name wurde dem alten Testament entlehnt. Der Prophet Elias hat der Überlieferung nach auf dem Berg Horeb vor der Verfolgung durch Isebel, der Ehefrau des israelitischen Königs Ahab im neunten vorchristlichen Jahrhundert Schutz gesucht.

Auf der Peloponnes wandert an diesem Tag eine Gruppe von Bergfreunden aus der Region um Kalamata auf den gleichnamigen, pyramidenförmigen höchsten Punkt (2.404m) der Halbinsel im Taygetosgebirge.

 

Ag. Triada bei Chatzis

Foto des Graffitis "Willkommen in Glyfada" von Skitsofrenis
Willkommen in Glyfada

Nach einem kurzen Besuch im vom Graffitikünstler Skitsofrenis grafisch verschönerten Dorf Glyfada,  in dem am 17. Juli die Panigiri stattfindet, fuhren wir nicht die neue Strasse zurück, sondern nahmen den Weg über Seitenstrassen.

Von Glyfada über Kremidia und Chatzis nach Petritsi, weiter nach Kasarma.

Auf der Strecke von Kremidia nach Chatzis, rechterhand kurz vor Chatzis, befindet sich die Kirche Ag. Triada oder Ag. Triados. Es ist eine kleine, gut erhaltene Kirche.

Ag. Triados Glockenbaum
Ag. Triados Glockenbaum

Sie ist eine der wenigen Kirchen mit einem Glockenbaum, das heisst bei der noch eine Glocke in einem Baum der vor dem Gotteshaus steht, hängt.

Der Innenraum der Kirche erscheint in frischem hellen blau.

Ag. Triados innen
Ag. Triados innen

 

An den Seiten und der hinteren Wand über dem Eingang erscheint eine grosse Anzahl an Heiligenbildern.

Ag. Triados Heiligenbilder
Ag. Triados Heiligenbilder

 

Die Burg zu Pylos – Pylos Kastro

Ein Besuch in der Burg zu Pylos lohnt sich in jedem Fall.

Neben den archäologischen Dauerausstellungen gibt es immer wieder auch Sonderausstellungen, wie aktuell eine über Unterwasserarchäologie.

Das Gelände wurde im Frühjahr 2018 durch einen Großbrand stark in Mitleidenschaft gezogen, die Burgmauer zum Meer konnte dem Feuer standhalten und kann begangen werden. Sie bietet einen herrlichen Ausblick aufs Meer und die vorgelagerten Felseninseln.

Die frisch renovierte Kirche und der obere Teil des Areals konnte vor den Flammen gerettet werden und wurde nicht beschädigt.

Die Gebäude mit den Ausstellungen sowie auch die Kirche sind in Eingangsnähe.

Nach einem kleinen Anstieg erreicht man den imposanten sechseckigen Turm der Anlage. Im Innenhof des Turmes ist eine Dauerausstellung untergebracht. Hier befinden sich auch WC-Anlagen.

Die Lokalitäten um das Hafenbecken und auf der Platia  laden nach dem Besuch zu Eis, Kaffee oder einen kleinen Imbiss ein, natürlich bieten die vielen Tavernen vor allem Fisch, aber auch andere griechische Spezialitäten.

Samstag ist Markttag in Kalamata

Gemüse- und Obstverkauf
Gemüsestand Agora Kalamata

Jeden Samstag findet am Marktgelände in Kalamata, Laiki genannt, ein ausgedehnter Markt statt.

Hier findet man vor allem Obst, Gemüse und frische Kräuter wie der beliebte Oregano aus lokaler Produktion. Auch Oliven und Olivenöl aus Messenien, der Region um Kalamata dürfen natürlich nicht fehlen. Auch lokaler Wein und der Tresterbrand Tsipouro werden hier angeboten.

Graffiti von Skitsofrenis in der Markthalle
Graffiti in der Markthalle

In den grösseren Hallen findet man frischen Fisch, Geflügel und Fleisch. Auch das allseits beliebte Joghurt und verschiedenste Käseprodukte werden hier verkauft. Auf der dem Kastro, der Burg Kalamata zugewandten Strassenseite sind Blumen und Gartenpflanzen erhältlich.

Auch hier findet man immer wieder Graffitis des Künstlers Skitsofrenis.

Fischverkauf in der Fischhalle auf der Agora Kalamata
Fischhalle am Markt in Kalamata

Wir empfehlen den Besuch am Markt möglichst früh am Tag anzusetzen, da mit dem Vormittag auch immer mehr Menschen den Markt besuchen und so natürlich auch die besten Waren gegen Mittag bereits ausverkauft sind.

In den Sommermonaten steigen auch die Temperaturen mit dem gegen die Mittagszeit deutlich an.

Das Graffitidorf Glyfada

Kirche Agia Marina
Agia Marina

An der Strasse von Velanidon nach Korifasiou liegt das kleine Dorf Glyfada. Viele lassen dieses Dorf bei der Vorbeifahrt unbeachtet, doch es ist allemal wert, hier einen kleinen Halt einzuplanen, denn es hat allemal etwas zu bieten.

Neben einer schönen Kirche zur Agia Marina und einem kleinen Dorfmuseum, das in der alten Dorfschule neben der Kirche untergebracht ist und leider nurgelegentlich geöffnet ist, bietet dieses Dorf  auch moderne Kunst: Graffitis.

Agrotikon vor Graffitihaus, Skitsofrenis, Glyfada
Agrotikon vor Graffiti

Der Graffitikünstler Skitsofrenis hat sich hier an zahlreichen Hauswänden mit Portraits von Dorfbewohnern und Bildern aus dem Dorfleben und der Geschichte verewigt.

Graffiti von der Feldarbeit
Graffiti Feldarbeit

Im Dorfzentrum ist nahezu jedes haus bemalt.

Besuch im Haus von Patrick Leigh Fermor in Kardamili

Foto: Fermor Terrasse mit Blick über die Bucht nach Kardamili
Fermor Terrasse

Auf einer kleinen Anhöhe in einer Bucht zwischen Kardamili und Stoupa auf Mani steht das Haus des englischen Schriftstellers und griechischen Kriegshelden ‚Michali‘, Patrick Leigh Fermor. Seine Freunde nannten ihn Paddy.

Fermor hat sich 1933 als junger Mann von England aus zufuss auf den Weg nach Istanbul gemacht wo er am Neujahrstag 1935 auch ankam. Während seiner Wanderung verfasste er mehrere Tagebücher, die ihm jedoch auch gestohlen wurden. Durch seine Reiseberichte erlangte der Schriftsteller später seinen Ruf.

Foto: Fermor Haus Eingang
Fermor Haus Eingang

Auf Kreta organisierte er im zweiten Weltkrieg als Schäfer lebend am Widerstand gegen die Deutschen mit und entführte 1944 einen deutschen Wehrmachtsoffizier, was ihn für die Griechen zum Helden machte.

Fermor hat das Haus mit seiner aus Frankreich stammenden Frau Joan vier Jahre lang geplant und mit der Unterstützung der einheimischen Bevölkerung errichtet.

Steinmosaik im Eingangsbereich des Fermor Hauses
Steinmosaik am Weg

In den 1960-ern gab es auf der Mani noch keinen Strom und auch sonst nicht viel. So wurden alle Baumaterialien wie auch die grossen, schweren Steine mit Eseln herangebracht.

Im Garten die hier so verbreiteten Olivenbäume, dazwischen die in Steinmosaiken angelegten Wege und Terrassen mit herrlichem Ausblick über die Bucht, in der Fermor bis ins hohe Alter schwimmen ging, ja sogar die in ihr gelegene Insel immer wieder umschwommen hat.

Foto: Essplatz Fermor Haus
Essplatz Fermor Haus

Das Haus ist von seiner Lage in der Bucht zwischen Kardamili und Stoupa und auch von der Architektur und Platzaufteilung mit seinem Park und den Wirtschaftsgebäuden einzigartig angelegt.

Bei einem Besuch kann man sich einen eindrucksvollen Einblick in das Leben des Schriftstellers verschaffen.

Foto: Blick in den Hof des Fermor Hauses
Blick in den Hof

Nach dem Ableben von Sir Fermor im Jahr 2011 wurde das Anliegen dem Benaki Museum anvertraut, das es instand hält und auch die notwendigen Renovierungsarbeiten durchführt. Diese werden durch die Eintrittsgelder und event. Spenden finanziert.

Ag. Anargiroi in der Koufierou Höhle

Foto: Ag. Anargiroi
Ag. Anargiroi in der Höhle von Koufierou

Die kleine Kirche ist in einer prehistorischen Höhle errichtet. Der Platz bei Trifylia, etwa 45 km nordwestlich von Kalamata, ist seit dem Neolithikum, etwa dem 5. Jahrtausend v.Chr. besiedelt, was durch entsprechende Funde wie z.B. Schiffsteilen belegt ist.

Weitere Funde von Fragmenten mykenischer Keramik legen die Verwendung der Höhle als Tempel für religiöse Zwecke im zweiten vorchristlichen Jahrtausend nahe.

Foto: Blick aus der Höhle
Blick aus der Höhle

Die Höhle liegt im gleichnamigen Berg Koufieros gegenüber dem Ort Palaio Loutro. Sie diente bis hin zur jüngeren Vergangenheit, der türkischen Belagerung bis 1821, der einheimischen Bevölkerung als Versteck.

Die darin erbaute byzantinische Kirche ist dem Heiligen Anargiroi (oder Anargueon) geweiht.

Foto: byzantinisches Fresko
byzantinisches Fresko

Im Inneren der Höhle findet man Fresken der byzantinischen Epoche und andere Gemälde aus der gleichen Zeit.

In der Nähe der Höhle entspringt die Quellen von Margelaina, die den Fluss Velikas mit Wasser versorgt.

 

 

Ausflug zum Moni Sidiroportas, Kalamata, Peloponnes

Foto: Eisernes Tor, Moni Sidiroportas
Eisernes Tor

Das Moni Sidiroportas, das Kloster mit den eisernen Türen, liegt auf einer kurvigen und engen Nebenstrasse der Hauptverkehrsstrecke von Kalamata nach Sparta, oberhalb des kleinen Ortes Karveli im zerklüfteten Taygetosgebirge.

Die eisernen Tore in der Klostermauer gaben dem Kloster seinen Namen.

Foto: Klosterkirche Moni Sidiroportas
Klosterkirche

Das kleine Kloster ist nicht mehr bewohnt, wurde aber bereits teilweise renoviert und steht für Besucher offen. Neben der zentral gelegenen Kirche beherbergt das Kloster auch ein kleines Museum, das jedoch nicht immer geöffnet ist.

Die riesigen Platanen im Klostergarten bieten auch an heissen Sommertagen ausreichend Schatten.

Foto: Holzkreuz im Klostergarten Moni Sidiroportas
Holzkreuz

Im Klostergarten steht ein grosses hölzernes Kreuz, das aus einem Baumstumpf dessen Wurzelstock noch fest in der Erde sitzt, geschnitzt wurde.

Die Substanz des Klosters und vor allem der kleinen Klosterkirche ist gut erhalten.

Ausserhalb der Klostermauern befindet sich ein Brunnen der frisches Wasser liefert und ausreichend Platz für die Feier der Panigiri.

Foto: Ruinen, Moni Sidiroportas
Ruinen

Im oberen Bereich des Klosters sind auch Ruinen von antiken Gebäudeteilen des Klosters zu besichtigen.

Ausflug zu den archäologischen Stätten des alten Messini

Foto: Mauerstein mit alter griechischer Inschrift
Mauerstein mit Inschrift

In Messini geht es etwas mehr als 20 km ins hügelige Landesinnere der Peloponnes, gut beschildert in das alte Messini, „Ancient Messene“.

Die Ausgrabungen sind relativ jung und es wird nach wie vor gegraben. Was man bisher gefunden hat kann sich allerdings durchaus mit den anderen archäologischen Stätten in Griechenland messen und übertrifft viele dieser sogar.

Foto: Ausgrabungsgelände nördlicher Teil
Ausgrabungsgelände

Der Eintritt mit einer Karte für das über dem weitläufigen Ausgrabungsgelände liegende Museum kostet 5 €.

Gleich beim Betreten des Geländes stößt man auf das große nord-süd ausgerichtete Theater. Es ist eine der größten freigelegten altgriechischen Theateranlagen überhaupt und mit all ihren Details sehr gut erhalten.

Foto: Gymnasium
Gymnasium

Das freigelegte Gymnasium mit dem riesigen Stadion ist praktisch vollständig erhalten, mit Sitzreihen, langen Säulenkolonnaden und einem fast perfekt erhaltenen Tempel an der Südseite.

Die etwa 9 km lange Stadtmauer zeigt mit ihren zahlreichen Türmen und Toren wie groß und mächtig diese Stadt einst gewesen ist.

Foto: Mosaike
Mosaike

Am nördlichen Ende der Anlage, am Hang gelegen, befindet sich ein Tempel mit den Überresten eines Quellheiligtums mit einer noch immer fließenden Quelle.

Weiter im Süden der Anlage findet man in einer überdachten Säulenhalle erstaunlich gut erhaltene Mosaike und Inschriften aus der Antike.

Foto: Hermes Statue
Hermes Statue

Etwa 400 m oberhalb der freigelegten Stadt befindet sich das kleine Museum mit einer perfekt erhaltenen Statue der Artemis und einer fast vollständigen Hermes-Statue sowie andere Abbildungen und Gegenständen aus dem täglichen Gebrauch des antiken Griechenland, wie Schalen, Öllampen und Werkzeuge.

Ein Besuch im alten Messini ist also in jedem Fall zu empfehlen.

 

Tagesausflug nach Tyros zur Aloe Vera Company

Foto: Arkadien
Arkadien

Über die Autobahn geht es von Kalamata nach Tripolis, der Hauptstadt der Peloponnes. Über die grösstenteils gut ausgebaute Fernverkehrsstrasse fahre ich dann weiter durch das hügelige Innere der Halbinsel an die Ostküste des zweiten Fingers, nach Arkadien. In Astros komme ich wieder ans Meer und von dort geht es dann noch ein paar Kilometer in den Süden, Richtung Leonidi, bis nach Tyros.

Foto: Cafe Limani
Hafencafe Limani

Nach etwa zweieinhalb Stunden Fahrzeit treffe ich in Tyros ein und geniesse im Cafe Limani bei einem Kaffee den Ausblick über den kleinen Hafen aufs Meer.

Etwas später treffe Horst der gerade vom Fischen zurück kommt. Er ladet mich zu einem köstlichen Mittagessen ein, bevor wir zur Bio Aloe Vera Farm seiner Frau fahren.

Foto: Aloe Vera Pflanzen
Aloe Vera Pflanzen

Was vor wenigen Jahren mit etwa 15.000 Aloe Vera Pflanzen begonnen hat, entwickelt sich mittlerweile zu einem beträchtlichen Projekt. Zirka 150.000 Pflanzen, davon etwa 30.000 Mutterpflanzen, die gerade die Blüte hinter sich haben, sind auf der über 1,5 ha grossen Plantage etwas nördlich von Tyros ausgesetzt und weitere zig tausende Jungpflanzen warten auf ihre Abnehmer.

Foto: Aloe Vera Plantage
Aloe Vera Plantage

Die Familie ist einer der grössten Arbeitgeber in der Region um Tyros und verkauft die Blätter der ausgewachsenen Aloe Vera Pflanzen und Jungpflanzen über Österreich in ganz Mitteleuropa.

Zusätzlich versorgt der Brunnen auf dem eigenen Grund nicht nur die Plantage, sondern auch einen Teil der Region mit vorzüglichem Trinkwasser.

Aber nicht nur die Aloe Vera Pflanze hat es der Familie angetan, sie haben auch hervorragenden Honig und Bio-Olivenöl aus der Region um Kalamata im Angebot.

Link: www.tyros-aloe.com